Ganymed Film

Trailer

Jacqueline Kornmüller und ich erfanden das Projekt Ganymed, im Jahr 2008 – damals gab es weltweit kein Museum mit einem solchen Projekt wie dieses. Das Besondere an der Idee von Ganymed ist, dass wir uns gezielt mit den Meisterwerken der Gemäldegalerie des jeweiligen Museums beschäftigen. Kunst antwortet auf Kunst. Direkt unmittelbar, vor dem jeweiligen Werk.

Die Zuschauer gehen mit einem Hocker und einem Plan durch die Galerie von Performance zu Performance mit einem Hocker und einem Plan, die Musikerinnen, Tänzerinnen und Schauspielerinnen spielen immer wieder, so dass jeder Zuschauer alle Szenen sehen und sich trotzdem frei in der Galerie bewegen kann. Wir erfinden diese Arbeiten für jedes Museum neu, Ganymed haben wir nun zum siebten Mal im Kunsthistorischen Museum in Wien herausgebracht, aber auch international fand das Projekt seine Fortsetzung:

 

im Szepmuveseti Museum in Budapest, im Nationalmuseum in Wrocław, im Musée Royaux in Brüssel und jetzt durften wir es erstmals für die phantastische, kathedralartige Galerie der Neuen Eremitage in St Petersburg erfinden. 

Wir sind Theaterleute. Im Grunde haben wir das Projekt 2008 erfunden, weil wir auf der Suche nach anderen theatralischen Formen waren, abseits der klassischen Bühne und des Repertoires. Theater ist flüchtig, es entsteht aus dem Moment heraus, immer wieder neu. Es braucht ständig neue Impulse, Ganymed ist nicht mehr nur ein Projekt, es ist für uns tatsächlich eine neue Theaterform geworden, die wir ständig in alle Richtungen erweitern können, ganz zugeschnitten auf den jeweiligen Ort, das jeweilige Land, die jeweilige Sprache, das Meisterwerk aber steht dabei immer im Mittelpunkt.                                                          Peter Wolf

Museum der Träume

DER LITERARISCHE MUSEUMSGUIDE

Kunsthistorisches Museum, Wien, 2021
Museum of Dreams

Schriftsteller schreiben über Meisterwerke der Kunst

Die großen Themen der Kunst sind zeitlos. Die Regisseurin Jacqueline Kornmüller und der Schauspieler und Dramaturg Peter Wolf haben zeitgenössische Schriftsteller eingeladen, zu einem Meisterwerk der Kunst aus der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums einen Text zu schreiben. Sie machen damit die Aktualität eines Bildes, die Verstörung, den Reichtum seiner Erzählkraft wieder spürbar und lebendig. Dieses assoziative Herangehen an die Bilderwelt, frei von akademischen Formalismen, eröffnet völlig neue und packende Zugänge zur Malerei.

Es ist ein ganz und gar heutiger Blick, mit dem AutorInnen wie Elfriede Jelinek, Peter Handke, Josef Winkler, Clemens Setz oder Peter Esterházy den Gemälden von Pieter Bruegel, Diego Velázquez oder Peter Paul Rubens begegnen. Sie schreiben über das, was sie momentan beschäftigt. Die Bilder beginnen zu sprechen, bekommen eine Stimme. Und gewinnen in der Gegenüberstellung mit ausgewählten World-Press-Foto-Meisterwerken plötzlich eine fast atemberaubende Relevanz.

Mit Beiträgen von:

Péter Esterházy, Milena Michiko Flašar, Karl-Markus Gauß, Thomas Glavinic, Maja Haderlap, Peter Handke, Bodo Hell, Marc von Henning, Paulus Hochgatterer, Elfriede Jelinek, Walter Kappacher, Anna Kim, Lajos Parti Nagy, Martin Pollack, Doron Rabinovici, Angelika Reitzer, Franz Schuh, Clemens Setz, Gerhild Steinbuch, Andrea Winkler, Josef Winkler und Juli Zeh.

Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Staatspreis 2014!