Die Nacht

Peter Wolf spielt
Bernhard Marie Koltès
Festival der Bezirke, Wien, 2013

Ein Namenloser in einer regnerischen Nacht auf der Suche nach einem Zimmer. Vor sich hin plappernd und schimpfend versucht er, sich die Welt zu erklären.

Der Monolog Die Nacht kurz vor den Wäldern ist ein einziger Gedankenfluss – wie ihn vielleicht auch Thomas Bernhard hätte schreiben können –, der große französische Autor Bernard Marie Koltès wird damit über Nacht zum Star. Der Tristesse des Milieus stemmt Koltès seine harte, klare Sprache entgegen. 

Und so überwiegt am Ende die Wut gegenüber der Wehmut, siegt der Trotz über die Trauer. Der vorliegende Text ist ein Résumé, eine Liebeserklärung an die Stadt, an ihre Möglichkeiten, an ihre Sehnsüchte.

Peter Wolf wird in der Regie von Jacqueline Kornmüller den Monolog im öffentlichen Raum spielen. Gefasst durch einen Container, dem die vierte Wand fehlt, betrachten die Zuschauer das Stück in der lebendigen Kulisse der Stadtlandschaft.

Begleitend zum Projekt Die Nacht erscheint erstmals das Deckblatt. Ein großes Blatt Zeitungspapier gefüllt mit Literatur:

man kann es lesen, man kann sich damit bedecken, man kann darunter in Frieden schlafen.